Chirchpach

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Vorgeschichte zu Kirchbach

Wann Chirchpach gegründet wurde, wer der Gründer war, welcher Anlaß zur Ortsgründung beitrug, ob der Ort immer dort stand, wo erheute steht, diese Fragen können nicht beantwortet werden. Aber schon mehrere Jahrhunderte vor 1240, wo es die erste Urkunde über Kirchbach gibt, wohnten hier Slawen, und die Ortsnamen stammen aus dieser Zeit. Die beutegierigen Nachbarn lichteten die Bevölkerung. Um dem Leutemangel abzuhelfen, beriefen die Herzoge fränkische, später bayrische Ansiedler in unser Heimatland. Die Grundherren wiesen den Ansiedlern bestimmte Plätze an, auf denen sie ihre Wohnhäuser erbauen konnten, zumeist zu beiden Seiten der Strasse, und es entstand ein sogenanntes Straßendorf wieKirchbach eines ist. Die Slawen hausten aber vorwiegend in Haufendörfern. Die Endsilbe unseres Ortsnamens — bach — deutet auf eine Ansiedlung fränkischen Ursprunges hin, die Umgebung aber war slawisch. Der Holzreichtum des Schwarzautales bot hinreichend Material zum Bauen von Holzhäusern. Mitten im Dorf stand das ebenfalls aus Holz gezimmerte Kirchlein. Um die Kirche lag der Friedhof, dort schmückten Grabhügel und Kreuze die Ruhestätte der Dorfbewohner. Den Kirchhof umgab ein fester, lehmbeworfener Pfostenzaun als Zufluchtstätte zu Bedrängniszeiten. Daß Kirchbach um 1240 schon eine Kirche besaß, ist sicher anzunehmen, denn 1260 verpfändet der damalige Bischof Kirchbach als einbringende Pfarre an den Schloßherrn von Narrenegg, die Verpfändung wurde im Jahre 1265 wieder zurückgenommen. Die Narrenegger besaßen auf dem Greinerkogel bei Tagensdorf ihre Burg. Nicht weit vom Gotteshaus befand sich der Pfarrhof, ein kleiner einfacher Holzbau mit tief herabhängendem Strohdache. Die Wohnhäuser wiesen einen, selten zwei Räume zum Wohnen auf. Der eine Raum war Küche und Stube zugleich. Die Flammen des offenen Herdes machten die Speisen genußfähig und erwärmten den Raum, der niedrig und eng war. Der Rauch, der die Decken des Gemaches verhüllte, suchte seinen Aus-weg in der oberen offenen Türhälfte, zur kalten Jahreszeit durch ein kleines Abzugsloch unter der Zimmerdecke. In der einen Ecke, anstoßend an den Herd, stand der riesige Backofen, Tisch und Bank füllten die andere Zimmerecke aus. Durch kleine Fensteröffnungen fiel spärlich Licht ein. Glasfenster waren erst im 17. Jahrhundert auf dem Lande vereinzelt anzufinden. Es berichtet Pfarrer Mayr in Kürchbach an die „Hoch-u. Wollgebohren Gnedig Hochgebiett Herrn Landstände, ihm seien 2 Stuben mit großen Glassfenstern durch das Feuer, so bey einem Pöckchen auskumbt” am 3. Mai 1671 „Völlig in Aschen gelegt worden”. Neben den Wohnhäusern waren die Haustiere unter-gebracht. Schafe und Ziegen hielt man für die Lodenerzeugung, Honig war der einzige Süßstoff. Für den Landmann galt das Pferd als etwas Unerreichbares. Die Straße war ein aus- und breitgetretener Fußpfad, uneben, und bei Regengüssen grundlos, bei Trockenheit staubig.

Auf den Feldern wuchsen Weizen, Korn, Hafer. Diese Früchte waren als Zinsen zur Ablieferung vorgeschrieben. Ebenso auch Bohnen, Mohn und Flachs. Gerste und Hopfen wurden zur Biererzeugung verwendet, der Wein war dem Adel vorbehalten. Alle Lebensmittel waren billig, jedoch hatte das Geld eine hohe Kauf-kraft. Die Bauern lösten ihre Verpflichtungen gegen-über der Gutsherrschaft gerne mit Geldbeträgen ab. Die „vest Waldeck” umgaben Wall, Graben und Pfostenwerk, die Haus, Stall, Hütten und Scheunen schützten. Die Ungarnstürme verlangten solche Verteidigung der Heimat. Wer innerhalb des Burgbannes wohnte, wurde angehalten, beim Bau oder beim Aus-bessern der Befestigungswerke mitzuarbeiten. Das Recht, Burgen zu errichten gewährte der Landesfürst, ihm stand auch das Recht zu, Burgen, die ohne Erlaubnis gebaut wurden, oder deren Burgherr den Landfrieden brach, zerstören zu lassen. Später übernahmen Orte die Rolle der Burgen, eine Zufluchtstätte der wehrlosen Bevölkerung zu sein.

Wann der Name Kirchbach das erstemal erscheint und wie sich die Schreibweise entwickelte

Im Jahre 1240 wird „Chirchpach” das erstemal urkundlich genannt. 1256 wurde Chirchpach als einbringende Pfarre vom Bischof Ulrich von Seckau an den Herrn Gundacker von Gleitsow von Narrenegg verpfändet; 1260 wird diese Verpfändung durch Bischof Bernhard von Seckau wieder zurückgenommen. Im Jahre 1300 schrieb man Chirchperg, 1318 Chirchpach, 1378 Chiripach, 1381 Chirpach, 1387 Ciripach, 1433 Kirpach, 1447 Kchirichpachberg, 1452 Chirchdorf, 1475 Kirichpach, 1478 Kirchpach. Hier wird die Erlaubnis genannt, die Kirche ze Kirchpach „von dem prochnen gesloss Narrenegk und dem gemevr daselbs” zu bauen. In einem Schreiben an den Bischof im Jahre 1770 erscheint der Name Kierchbach, im selben Jahre noch Khürchbach, 1781 Kürchbach, welcher Name auf einer Kirchenrechnung zu finden ist und schließlich verallgemeinerte sich die Schreibweise „Kirchbach”.

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